Heilpädagogisch orientierte Musiktherapie
Musiktherapie hat nichts zu tun mit "nettem Musizieren"
oder einem "Wellnessangebot". Sie ist eine hochwirksame, Freude bereitende, teilweise auch
anstrengende und fordernde Therapieform, die schulmedizinisch anerkannt
ist. Sie fördert die Entwicklung - aber sie ist kein Wundermittel! Sie
kann Fortschritte anstoßen und ist als Einzeltherapie besonders erfolgreich bei den hier genannten Zielgruppen:
A. deren Schwierigkeiten oder Behinderungen vor dem Spracherwerb entstanden.
Bsp.: Autismus, Schreibabys
B. die durch Behinderungen, Entwicklungsverzögerungen, Krankheiten nicht (mehr) sprechen können.
Bsp.: Cerebralparese, nach Schlaganfall, Wachkomapatienten
C. die Auffälligkeiten in der Entwicklung, im Verhalten, in der Konzentration zeigen.
Bsp.: Kontaktschwierigkeiten, Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensauffälligkeiten, Aufmerksamkeitsdefizite (ADS/ADHS), psychosomatische Erkrankungen
Dem therapeutischen Prozess geht ein Vorgespräch voraus. Dieses ermöglicht ein erstes gegenseitiges Kennenlernen. Wenn es ein beiderseitiges Einverständnis zur Zusammenarbeit gibt, schließen wir einen Vertrag, der die Teilnahme an in der Regel 10 Stunden einschließt.
Selbstverständlich sind Verlängerungen jederzeit möglich!
Die Kostenübernahme ist bei entsprechender Indikation im Vorschul- und Schulalter gewährleistet.
Arbeitsweise:
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der aktiven und der rezeptiven Musiktherapie.
I. "Zeige und spüre dich selbst in deinem Musizieren!"
Bei der aktiven Musiktherapie wählt
der Klient aus verschiedenen Instrumenten dasjenige aus, das ihn im
Moment besonders anspricht. Er erzeugt damit "automatisch" die Töne,
die seiner derzeitigen Kommunikations-, Wahrnehmungs- und
Konzentrationsfähigkeit entsprechen.
Diese Improvisation ist angstfrei,
es gibt keine "falschen" Töne und sie ermöglicht den Zugang zu
nichtsprachlichen Bereichen. Wesentlich ist auch die Erfahrung, gehört
zu werden! Die vorhandenen Instrumente sind alle ohne Vorkenntnisse
spielbar.
II. "Höre und fühle die Musik!"
Bei der rezeptiven Musiktherapie wird
Musik gehört, die bewusst ausgewählt wurde oder auch vom Klienten und
eventuell der Therapeutin vorher selbst gespielt und aufgenommen wurde.
Immer gehört das Gespräch dazu: Was macht die Musik mit mir? Was mache ich mit der Musik?
Die Offenheit für das, was Gestalt und Ausdruck sucht, bedingt auch Offenheit für Medien neben der Musik:
Kunst-, spiel- und bewegungstherapeutische Elemente und Entspannungsverfahren ergänzen das Therapieangebot.